Hoffmann von Fallersleben
verfasste 1842 in einem Brief an den Magier Leopold Ludwig Döbler das Gedicht "Der Magier des Nordens". Das in dem Gedicht beschriebene Kunststück ist tatsächlich so von Döbler 1840 am Hofe des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV vorgeführt worden. Der König hatte den ausgefallenen Wunsch an Döbler: "Könnten Sie mir Armeen aus der Erde stampfen, dann würde ich Ihnen besonders dankbar sein."
Persönlich kannte Hoffmann Döbler zu diesem Zeitpunkt noch nicht, hatte vermutlich aus Berliner Zeitungsberichten von dem Auftritt bei Hofe erfahren. Erst später, während eines Kuraufenthaltes Hoffmanns in Bad Soden, kommt es zum Zusammentreffen der beiden. Döbler bittet Hoffmann von Fallersleben sein Gast in Frankfurt zu sein, um dort seiner nächsten Vorstellung beizuwohnen.
Auszugsweise dem Buch "Leopold Ludwig Döbler" von Werner H. A. Debler in der Edition von Volker Huber entnommen.
"DER MAGIER DES NORDENS"
Der Döbler ist ein Zaubermann,
Was der doch schöne Kunststück' kann;
Zum Beispiel legt' er auf den Tisch
Ein Ei, das ganz gesund und frisch;
Er stülpte eine Glocke drauf,
Was wird daraus? nun passet auf!
Seht, wie er hebt die Glock' empor,
Da kommt ein General hervor,
Ein General ganz wundernett
Mit Degen Spor'n und Epaulettes.
Der Döbler macht, o Teufelei!
Macht General' aus einem Ei.
Der Döbler reicht den Korb herum,
Spricht: Hochgeehrtes Publikum!
Das ist fürwahr gar keine Sach',
Das Kunststück macht mir jeder nach.
Mein Herr, versuchen Sie's einmal!
In jedem Ei ein General.
Es nimmt ein Herr ein Ei, glückauf!
Legt's hin und stülpt die Glocke drauf.
Er hebet dann die Glocke empor,
Was aber kommt, was kommt hervor?
Dies Mal kein General es ist,
's ist ein gemeiner Polizist.
Drob wundert sich mancher Tropf
Und schüttelt drob gar sehr den Kopf.
Der Döbler untersucht's und find't
Heraus den wahren Grund geschwind,
Und Alles sperret auf das Maul,
Als Döbler spricht: Das Ei war faul.