Andy Häussler
Am 25. und 26. September 2011: Gedankenwelten
"Mein Vater war tatsächlich Mathematiklehrer, so wie ich es auf der Bühne gesagt habe", erzählt Andy Häussler, als wir zum Abschluss seines Auftrittes im Unikum noch bei einem Scheidebecher zusammensitzen. Und er erläutert weiter: "Vater verstand es, den Unterricht immer wieder aufzulockern, indem er seine Schüler zwischendurch mit Aufgaben von besonderem Kniff verblüffte. Von ihm habe ich da wohl einiges mitbekommen".
Gleich zu Beginn tritt Andy Häussler auch prompt den Beweis an. Potenzieren und Wurzelziehen im Kopf, bis hin zum Exponenten 4, sind kein Problem für ihn. Das Publikum wirft Zahlen in den Raum und rechnet sofort nach - mit dem Taschenrechner. Und Andy steigert noch, weiß zu jedwedem Datum den Wochentag, nennt einer Assistentin aus dem Publikum ihr Sternzeichen, ihren Geburtsmonat und den wievielten Tag.
Überhaupt bezieht er die Zuschauer immer wieder in sein Programm mit ein. Die verfolgen mit höchster Aufmerksamkeit das Geschehen, obwohl die Mentalmagie - das Metier von Andy Häussler - ja nicht so viel optische Reize setzt. Am Schachbrett protestieren sie sogleich: "Hey, das war doch kein Springer-Zug!"
Andy sagt die Rössel-Sprünge mit verbundenen Augen an, der Assistent zieht, jedes Feld darf nur einmal berührt werden, Anfangs- und Endfeld wurden vom Helfer vorgegeben. Beim Schlussfeld schlägt die Aufmerksamkeit dann in pures Staunen und spontanen Beifall um.
Am Ende der Show wird beim Öffnen des Umschlages mit der Voraussage über den Verlauf des Abends da auch stehen: Da ist mir beinahe ein Fehler unterlaufen.
Andy Häussler spricht über menschliche Wahrnehmungen, macht auf Phänomäne aufmerksam, fordert alle Sinne - sowohl bei sich wie auch bei denen, die er auf die Bühne bittet. Da werden zufällige Gegenstände Personen zugeordnet, Farben blind ertastet, Berührungen gefühlt, die nie stattgefunden haben. Ganz stark ist auch seine Uhren-Sequenz, bei der er den Sekundenzeiger der Zuschaueruhr urplötzlich anhält - eben gerade hat die Zuschauerin die Uhr noch voll im Blick und die Sekunden mitgezählt. Oder die großen Zeiger stoppen bei einer Zeit, die ein Anderer aus dem Publikum sich nur dachte. Nein, Andy hatte seine Hand nicht mal in der Nähe der Krone.
Und zwischendurch zeigt er immer wieder seine Vorliebe für die Mathematik; ein Highlight ist das blitzschnelle Lösen des Soduko-Rätsels, das ihm ein Zuschauer vorgibt.
Andy Häussler ist zweimaliger Deutscher Meister der Mentalmagie und Preisträger bei Weltmeisterschaften. Entsprechend war seine Vorstellung im Unikum meisterlich, das fand auch das Publikum und spendete viel, viel Applaus.
Impressionen
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